Dann habe ich ihm gesagt, dass ich im Moment nicht wüsste, ob ich ihn Liebe

Krass. Ich habe meine Mutter gefragt, ob sie eine Zukunft für mich und Javier sieht, für eine glückliche Beziehung. Sie konnte mir weder ein klares „Ja“ noch ein klares „Nein“ geben. Eine Paartherapie wäre sicher hilfreich. Meine Familie macht sich schon länger Sorgen um meine Ehe und ich raffe es jetzt erst wirklich! Das hat mich wachgerüttelt.

Als ich dann abends nicht einschlafen konnte, wollte Javier wissen warum und ich habe ihm gesagt, dass ich eine Krise habe. Über meine Krise habe ich schon mehrfach mit ihm gesprochen, die „Phase 3“ einer Beziehung (angeblich verläuft fast jede Beziehung 5 Phasen). Das hat er zur Kenntnis genommen und mich gekrault. Ich habe ihn gefragt ob er denkt, das wäre etwas was ich mit mir alleine ausmachen müssten und dann hat er erstaunt gefragt: “Que quieres que haga yo?” Wörtlich übersetzt: „Was willst du was ich tue?“ in verständnislosem Ton.

Dann habe ich ihm gesagt, dass ich im Moment nicht wüsste, ob ich ihn Liebe. Ich fühle mich wohl bei ihm und geborgen, und vielleicht ist Liebe auch noch da, aber sie müsste wieder von irgendwo im Verborgenen hervorgeholt werden. Ich habe auch gesagt, dass eine Paartherapie vielleicht helfen könnte und da war er plötzlich ganz aufgebracht. Er würde das Problem nicht sehen. Dann hat er sich erstmal hingesetzt und dann ist er gegangen. Hat seine Tür zugemacht. So konnte ich erst recht nicht schlafen.

Am nächsten Tag haben wir lange gesprochen, Javier war mega niedergeschlagen, seine Emotionen habe sich auf den Körper übertragen, er fühlte sich mega krank und er hat sogar geweint. Ich habe mit ihm geredet und ihm klarmachen können, dass ich nicht der Ansicht bin, unsere Beziehung habe keine Zukunft, sondern dass ich an ihr arbeiten möchte, mit ihm zusammen. Das hat er am Ende verstanden und er wollte wissen was es ist was mich stört. Ich habe ihm gesagt es sei nichts Neues, alles habe ich schon x-mal gesagt. Und nach und nach sprudelte alles aus mir heraus, all die Dinge die ich nicht länger so ertragen kann. Und auch die Dinge, die mich stören, die ich aber schon lange als unveränderbar akzeptiert habe. Aber um ein Gesamtbild zu bekommen habe ich auch das gesagt, damit er sieht, dass ich nicht nur meckere und mehr verlange als er eh schon gibt (was sicher seine Sicht ist) sondern damit er auch sieht womit ich unzufrieden bin, aber es nicht als Grund sehe nicht zusammen sein zu können ohne dass er es ändert.

Eine Woche zuvor hatten wir auch schon einmal geredet, ich habe ihm gesagt, ich sei weiterhin in „Phase 3“ und suche nach Wegen aus der Krise. Da habe ich schon eine Paartherapie erwähnt, aber als etwas, was vielleicht nicht nötig ist, aber eine Option. Das hat er völlig abgelehnt, weil er die Notwendigkeit nicht sieht und man das macht wenn die Beziehung gescheitert ist. Ich habe jetzt erneut versucht zu erklären, dass es gar nicht so weit kommen muss und eine Beratung vorher vielleicht sinnvoller wäre um das Scheitern zu vermeiden. Aber das sieht er nicht ein. Für ihn ist alles gut. Er liebt mich und er ist zufrieden. Jetzt habe ich ihm klarmachen können, aus welchen Gründen ich es nicht bin. Er sagt, er wolle alles ändern was mich stört. Der Grundstein zur Veränderung ist gelegt. Nur das Haus baut sich nicht von alleine. Jetzt müssen wir beide daran arbeiten.

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