Und nun?

Bin wieder zurück. Habe eine Hölllenfahrt der Gefühle hinter mir und jetzt fange ich mich gerade so langsam wieder.

Ich habe Julian am Dienstag von den neusten Entwicklungen erzählt und er war schockiert, auch wenn es nicht komplett unerwartet war. Er war vor allem erstmal besorgt, wie das aussehen soll, wenn wir mit der Familie in Barcelona sind oder was aus unseren Sommerplänen wird… Javier wird ihn nicht in der Nähe haben wollen.

Am nächsten Abend war er sehr distanziert, wir haben nur belangloses geredet. Als er sehr früh vor mir eingeschlafen ist, habe ich sehr viel nachgedacht. Mir ist plötzlich seine Situation erst richtig klar geworden: Es geht ihm nicht gut, unabhängig von mir. Aber ich bin vielleicht eine der wenigen Konstanten Personen in seinem Leben. Kürzlich hat er sich von einer langjährigen Freundin distanziert und hat selbst zu Schwester und Mutter jetzt keinen Kontakt. Meine Familie ist ihm sehr wichtig und ich bin es auch. Jetzt hat er Angst, das zu verlieren, sich distanzieren zu müssen. Er braucht mich viel mehr als Freundin als als Liebhaberin.

Donnerstag morgen habe ich ihm von meinen Gedanken erzählt und ihm gesagt, dass ich vielleicht nicht alles 100% klar sehe im Moment, aber eines sicher weiß: mich von ihm zu distanzieren ist keine Option. Er ist ein wichtiger Mensch in meinem Leben und er soll Teil davon bleiben. Ich habe das Gefühl, ich habe ins Schwarze getroffen, meine Worte haben ihm gut getan. Das war viiiel besser als ihn zur Rede zu stellen was er nun für mich fühlt oder nicht. Ich habe vorher nur egoistisch an mich gedacht, aber gestern gemerkt, warum er so distanziert ist. Statt mich abgelehnt zu fühlen, wie einige Male zuvor, habe ich meine Bedürfnisse zurückgestellt und IHN gesehen und es endlich geschafft, mich ein wenig einzufühlen.

Dann hat Julian meinem Mann eine Nachricht geschrieben und dieser hat Julian länglich geantwortet und ihm zu verstehen gegeben, dass er ihn nicht sehen will. Julian hat mir erklärt, warum er sich distanzieren muss, hat mir versucht Javier´s Lage nahezubringen. Das hat mich sehr getroffen und traurig gemacht, und ich habe mich ohnmächtig gefühlt, weil ich dachte vor vollendete Entscheidung gestellt worden zu sein. Aber ich schaffe es nicht aus Rücksicht für Javier zu handeln. Ich bin gerade nicht bereit, zu verzichten. Ist das ein Todesurteil für meine Ehe? So zu empfinden?

Aber auch wenn mir Julian so wahnsinnig wichtig ist, ist mir die Tage noch mal klar geworden, dass ich mir gerade keine Beziehung vorstellen kann mit ihm. ABSOLUT nicht! Ich leide sehr an seiner Distanz, fühle mich oft abgelehnt und seiner Gefühlslage frei ausgesetzt. Das vertage ich nur an manchen Tagen.

Am Freitag war ich bei meiner Psychologin Blanca. Das hat gut getan und mir Klarheit gegeben, allerdings hat sie mir so ziemlich die Hoffnung auf ein Happy End für meine Ehe genommen. Ich war nach der Sitzung total am Ende emotional, die Woche war auch einfach zu krass. Denn neben all dem Gefühlschaos habe ich 10-12 Stunden gearbeitet, voll in der Endphase eines Projektes. Vor 22 Uhr war ich keinen Tag zuhause.

 

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