Sex mit meinem Mann

Am Dienstag, als mein Mann und ich mal wieder über uns geredet haben, hat er etwas gesagt was ich als Vorwurf verstehe. Mittlerweile sieht er seinen Zustand der letzten 2-3 Jahre wie eine Art Krankheit, nicht direkt Depression aber so etwas in der Art. Er sagte, ich hätte seine Situation ausgenutzt. Das fand ich unfair und wir haben darüber gesprochen. Im Grunde sieht er keinen Schuldigen und wenn, dann sich selbst. Aber er findet es sehr traurig, dass unsere Beziehung die Zerreißprobe nicht bestanden hat. Da hat er recht, vielleicht war unsere Verbindung nicht stark genug. Darüber bin ich auch traurig.

Nach unserem Gespräch sagte er mir auch, dass er es nicht aushält, ständig zu hoffen und zu warten ob ich Lust auf Sex mit ihm habe. Ich hatte eigentlich gesagt, ich möchte das nicht, aber er fing an meine Argumente zu widerlegen. Trotzdem, ohne Lust auf meiner Seite und mit ungleichen Gefühlsintensitäten hielt ich es für keine gute Idee. Am Ende sagte er, er möchte noch einmal mit mir schlafen. So eine Art Abschiedssex. Es würde ihm helfen. Also habe ich mich breitschlagen lassen. Es musste auch noch am selben Abend sein.

Schon kurz danach habe ich meine Zusage bereut. Ich war mehrmals kurz davor, es doch nicht zuzulassen. Ich habe es auch noch während des Sexes bereut. Es war so komisch, fast wie mit einem Fremden, für den man nichts empfindet. Eine eigenartige Erfahrung. Ich war sehr passiv und es war für mich weder sonderlich erregend noch befriedigend. Irgendwie war ich völlig blockiert.

Erst jetzt bereue ich es nicht mehr. Wir haben gestern offen darüber gesprochen und mir fiel fast die Kinnlade runter zu hören wie offen Javier über die Sache sprechen kann. Er hat den ganzen Akt von meiner Gefühlslage aus treffend beschrieben. Und das obwohl das Thema für ihn mehr oder weniger immer Tabu war. Er hat mir auch gesagt welche Einsichten es ihn gegeben hat. Unter anderem hat er jetzt „am eigenen Leib erfahren“, dass ich tatsächlich keine sexuelle Anziehung ihm gegenüber empfinde. Und auch ich habe das jetzt noch klarer eingesehen, so sicher war ich mir da gar nicht.

Ich kann es nicht fassen, warum trotz all dem unser Zusammenleben wunderbar läuft und ich die Zeit mit ihm und den Kindern mehr genieße denn je. Wir verbringen auch viel mehr qualitative Zeit miteinander, sowohl zu zweit, als auch in Familie. Ich genieße es solange ich es haben kann.

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