Das Zusammenleben mit meinem Mann beginnt richtig Spaß zu machen

Es ist irgendwie paradox – jetzt wo wir uns als Paar getrennt haben läuft es besser denn je! Wir leben weiter zusammen in einem Haus und bewältigen weiterhin zusammen den Alltag mit zwei kleinen Kindern. Wir streiten uns nicht, teilen uns die Aufgaben gut und sind zum ersten Mal ein super Team. Wir machen viel zusammen, reden viel und schauen eine Serie zusammen, die uns beide in den Bann gezogen hat. Wir unternehmen auch als Familie schöne Dinge und verbringen gemeinsam Zeit mit Freunden.

All das, was ich immer vermisst habe, läuft jetzt plötzlich ganz von alleine. Wir lachen und philosophieren zusammen. Er kommt mit seinen Projekten richtig gut voran und findet Zeit fast täglich zu meditieren und hat zusätzlich auch noch Zeit für mich und für die Kinder. Ich muss zugeben, er gibt mir viel positive Energie und auch Raum zur Entspannung. Es ist fast alles plötzlich anders, von jetzt auf gleich und es kommt ganz natürlich von innen heraus bei ihm, er muss sich gar nicht verstellen.

Natürlich ist es trotzdem für meinen Mann alles andere als einfach, mit mir zusammen zu leben aber auf Intimitäten zu verzichten. Und für mich ist es manchmal sogar zu viel Aufmerksamkeit und Gesprächsbedarf auf seiner Seite, so dass ich ihn leider öfters zurückweisen muss. Aber er ist auch in dieser Hinsicht verständnisvoll. Hut ab und einen riesen Respekt für meinen Mann!

Ich bin offen und ehrlich zu ihm was Julian betrifft. Er wollte die Tage wissen, was ich für Julian empfinde, was für eine Art Liebe das ist. Und plötzlich konnte ich es ganz gut beschreiben. Es fühlt sich an wie eine dicke, starke Wurzel, an der nicht zu rütteln ist. Was nun daraus wird weiß ich nicht, aber dass die Wurzel nicht einfach zu entfernen ist, darüber bin ich mir mittlerweile sehr sicher. Nach dem Gespräch habe ich gedacht, dass der Vergleich wirklich gut passt. Denn es könnte eine meterdicke Erdschicht über diese Wurzel geschüttet werden und Gras drüber wachsen. Aber es könnte auch ein großer starker Baum mit Blüten und später Früchten werden.

Im Moment weiß ich nicht so recht, wo oben und unten ist und wohin das ganze führt. Aber im Moment ist das auch nicht wichtig für mich. Ich habe es doch ganz gut geschafft, mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und die Situation so zu akzeptieren wie sie ist. Ich will weiter ehrlich zu mir sein und das auch kommunizieren können.

Vielleicht war mein Ansatz schon immer falsch? Der Blog hat den Untertitel: „Auf der Suche nach dem richtigen Weg“. Dabei sollte ich meine Anstrengung vielleicht gar nicht darauf verwenden, einen Weg zu finden? Stattdessen sollte ich mich lieber treiben lassen und die Reise genießen und versuchen, so viel wie möglich auf dieser Reise zu lernen.

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