Heute ist er nach Venezuela geflogen

Julian ist gerade auf dem Weg nach Caracas, Venezuela. Sein Opa hat Magenkrebs im Endstadium und er hat kurzerhand alle Pläne geändert, um hinzufliegen. Sein Opa ist wie sein Vater für ihn, denn er ist bei seinen Großeltern aufgewachsen.

Ich habe mir immer gewünscht, eines Tages mit ihm dorthin zu reisen und seine Familie kennenzulernen. Ich hätte auch jetzt alles darum gegeben, ihn auf dieser Reise begleiten zu können und es hat mich einiges gekostet, hier nicht meinen Dickkopf durchzusetzen!

Überhaupt bin ich in den letzten 2 Wochen durch ein tiefes Tal der Gefühle gegangen. Es hat mich richtig erschrocken zu spüren, wie stark ich emotional von ihm abhängig bin. Als er die Nachricht von der Krankheit seines Opas bekommen hat, hat er mich angerufen. Er war total fertig und ich gleich mit. Ich bin in ein tiefes Loch gefallen. In den folgenden Tagen habe ich ihm geholfen, einen zahlbaren Flug zu finden. Erst als der Flug gebucht war und ich es endlich eingesehen hatte, dass ich nicht hinfliegen werde, ging es mir wieder gut und ich konnte mich erst dann wieder auf meine Arbeit und meine Familie konzentrieren.

Zwischendurch hat mich Julian wiedermal total überrascht. Ich kenne wirklich niemanden, der es so gut versteht aus einer so traurigen Angelegenheit das Beste zu machen und der die Leute um ihn herum mit seiner positiven Energie so mitreißen kann. Gerade noch schockiert über die Nachricht, dass es wirklich schon Krebs Stufe 4 ist, verkündet Julian plötzlich, dass er ein großes Schwein für seinen Opa kaufen will und dass dieser sich schon wahnsinnig darauf freut.

Irgendwann reise ich mit ihm nach Venezuela, wenn auch wohl zu spät, um die Großeltern kennenzulernen. Es ist für mich das schönste Land der Welt, aber leider spätestens seit Maduro Präsident ist kein Reiseziel. Wer das Land verlassen kann, tut es. Ich wäre trotzdem mitgeflogen, wenn es nicht über Heiligabend gewesen wäre (das kann ich meinen Töchtern nicht antun) und er mich hätte dabeihaben wollen.

Wir hatten eine Reise gebucht, Anfang Januar wäre ich mit Julian nach Prag geflogen. Ich hatte mich natürlich total darauf gefreut und er war sehr traurig, das abzusagen. Aber komischerweise bin ich darüber gar nicht traurig, denn ich freue mich so sehr, dass er jetzt so lange in Venezuela bleiben kann.

Keine Ahnung wann wir uns wiedersehen. Ich will die Zeit der großen Entfernung und Zeitverschiebung nutzen, mich mehr auf mich selbst zu konzentrieren. Gerade in den letzten beiden Wochen drehten sich meine Gedanken ständig um ihn. Dazu kommt noch ein sehr starkes körperliches Verlangen… kaum auszuhalten die Sehnsucht nach seiner Nähe und erst recht nach Sex mit ihm.

Mein Mann hat schon recht, wenn er sagt, Julian habe einen „roten Knopf“ in der Hand. Würde er einer Beziehung mit mir eine Chance geben, dann würde ich sicher nicht ablehnen, trotz aller Bedenken, die ich dabei hätte. Aus diesem Grund würde mein Mann neuerdings so gerne mal mit Julian sprechen und dessen Seite hören. Ich bin gar nicht böse drum, wenn sich diese Gelegenheit erstmal nicht ergibt, zumindest nicht bevor ich nicht selber mit Julian in Ruhe sprechen konnte.

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