Die Achterbahn der Gefühle nimmt neue Höhen und Tiefen an

Bis gestern war ich mit den Kindern vier Tage in Barcelona. Das war insgesamt super, nur haben Julian und ich die Kurve erst Sonntagabend bekommen. Vorher war zwar alles nett, doch viel distanzierter und kühler. Seit November habe ich mit ihm keine tieferen Gespräche geführt was uns beide betrifft. Erst Sonntag Nacht haben wir angefangen über Gefühle zu sprechen, nach wirklich gutem Sex, wie immer mit ihm.

Es lief so gut wie GAR NICHTS körperlich zwischen uns, ausser ein Quicky am Donnerstag, als ich schon schlief und Julian nach vielen Bier mehr als ich nach Hause kam. Wir hatten mit Freunden zusammengesessen und ich bin mit den Kindern früher ins Bett. Danach Durststrecke bis Sonntagabend. Ich war müde und der Film den er guckte hat mich nicht interessiert, so dass ich mich irgendwann bettfertig gemacht habe und ihm dann eine „Gute Nacht“-Umarmung gegeben habe. „Du gehst schon? Ich komme auch jetzt gleich“ „Dann warte ich noch“. Da war mir klar, dass meine Durststrecke ein Ende haben würde und Vorfreude stieg in mir auf. Das haben wir beide sowas von gebraucht. Wir sollten öfters die Köpfe abschalten und unsere Körper kommunizieren lassen, die können das deutlich besser.

Danach haben wir angefangen fröhlich und glücklich rumzualbern. Endlich war das Eis wieder gebrochen. Das tat so unglaublich gut. Dann hat er mir erzählt, dass er jemanden kennengelernt hat. Eine Italienerin. Sie sind sich gerade am kennenlernen, sie lebt in Italien. Verliebt sei er aber nicht. Ich war dankbar für die Offenheit und ich habe mich für ihn gefreut, aber auch meine Schlüsse daraus gezogen. Aha, dachte ich, er ist also vielleicht doch für eine Beziehung bereit, nur stehe ich nicht als Erste auf der Liste? Das ist völlig in Ordnung, er hat mir ja auch schon Gründe genannt, warum es schwierig wäre, mit mir zusammen zu kommen. Hauptsache Ehrlichkeit und Klarheit. Er wollte aber trotzdem genauso mich weiter sehen und auch Sex haben… da ist für mich aber eine Grenze, da hört der Spaß eindeutig auf. Er sagt zu mir „te quiero“ und meint es so. Ich konnte das aber nicht richtig einordnen.

Ich habe die Nacht kaum geschlafen, gefühlt eine Stunde, maximal zwei. Wir würden in Ruhe drüber sprechen, wie es mit uns weitergeht wenn wir uns bald wieder sehen. Aber mir war klar, das ist zu lang. Bis dahin wäre ich durch tiefe Täler gegangen, auf Entzug quasi. Deshalb musste ich ihm noch bevor wir uns gestern morgen verabschiedet haben und er zur Arbeit gefahren ist etwas sagen, wobei ich ihm in die Augen schauen wollte. Es war absolut nicht der richtige Moment, er war im Zeitdruck und hatte Kopfschmerzen… aber es musste raus und ich habe es im zweiten Anlauf geschafft. Sinngemäß Folgendes: „Ich liebe dich und das werde ich auch weiterhin tun. Aber ich werde versuchen, mir die Ilusion aus dem Kopf zu schlagen, dass du vielleicht doch mein Partner wirst. Ich bin gefühlsmäßig zu stark involviert und das will ich ändern. Solange komme ich erstmal nicht nach Barcelona zu dir. …“ Er hat mich total entgeistert angeschaut. „Du willst Abstand. Ok ..“ Viel hat er nicht gesagt, er war ziemlich schockiert, hat sich verabschiedet und ist dann los. Das hat mich doch sehr irritiert, also habe ich ihm geschrieben. Wir haben angefangen zu chatten und ich habe versucht, es ihm besser zu erklären. Ich will mich auf keinen Fall distanzieren, ich will mir nur diese Ilusion aus dem Kopf schlagen.

Ich war sehr niedergeschlagen, habe im Flugzeug geheult. Ich war aber auch sehr dankbar für seine Ehrlichkeit und die Klarheit, die es mir gebracht hat. Ich hatte vor, einfach mit allem bei Null anzufangen. Mich von meinen Mann zu trennen und (wahrscheinlich sowieso gezwungenermaßen in absehbarer Zukunft) Job und Wohnsitz zu wechseln. Doch diese Klarheit sollte von kurzer Dauer sein….

Wir haben gestern über den Tag verteilt Nachrichten geschrieben und mir wurde bald klar, dass ich mich geirrt habe, dass wir nicht gut kommuniziert haben. Dass das mit der Italienerin einfach so passiert sei. Das habe er nicht geplant und da würde ja auch vielleicht gar nichts draus werden. Dass er sehr wohl mich als Erste auf der Liste hat, sich aber fühlt wie beim Fußball nur auf der Bank zu sitzen. Dass ein Jahr vergangen ist und ich noch mit meinem Mann zusammen bin und er aber absolut keinen Druck machen wolle, er sei schließlich der Vater der Mädels.

Puh. Das war mir so nicht klar, bei mir war ein anderer Eindruck entstanden: Er sei gar nicht bereit für eine Beziehung und mit mir zusammen zu kommen wäre so kompliziert und er habe Angst vor Ablehnung von meinem Umfeld. Ich habe ihm gesagt, dass mein Mann und ich schon einen Trennungsprozess machen, aber langsam und im Guten. Julian und ich haben so viel gechattet und danach noch telefoniert, auch wenn unbeabsichtigt mein Handy ihn angerufen hat 🙂 Dann haben wir noch fast 2 Stunden gesprochen und alles rausgelassen…oder zumindest sehr viel, was wir auf dem Herzen hatten. Das hat so unglaublich gut getan und es ist alles so viel klarer jetzt für mich.

Wenn ich gestern morgen noch dachte, ich stürze erstmal in den Abgrund, trenne mich von allen und bin alleine, fange mit allem bei null an…so sieht die Welt seit gestern abend wieder KOMPLETT anders aus und ich sehe mich nach Barcelona ziehen und es mit Julian zu versuchen. Uns ist beiden bewußt, dass das vielleicht auch nicht die Traumlösung ist, deshalb wollen wir darüber erstmal ganz intensiv sprechen. Wir wollen nichts Falsches tun, aber vor allem auch nicht jetzt verpassen das Richtge zu tun, was wir dann später vielleicht bereuhen. Darüber sind wir uns einig. Ich werde schauen wann ich ihn im März sehen kann.

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