Emotionale Kontrolle üben…

In den letzten Wochen habe ich mich in emotionaler Kontrolle geübt. Und ich habe angefangen, mich selber besser kennenzulernen. Das ist essenziell um sich klar über die eigenen Bedürfnisse zu werden und diese auch äußern zu können. Ich weiß zwar immer sehr gut was ich fühle… Liebe, Enttäuschung, Sehnsucht… aber oft ist mir nicht so klar welches Bedürfnis dahinter steckt. So beobachte ich mich dabei wie ich niedergeschlagen bin weil ich mich von Julian vernachlässigt fühle… dann aber merke, es ist nur das Bedürfnis nach Nähe und Wertschätzung dass gerade nicht befriedigt wird. Und vielleicht verlange ich gerade zu viel davon… und dann merke ich, dass es hier gar nicht unbedingt um Julian geht. Plötzlich wird das Bedürfnis auf andere Weise befriedigt und ich bin nicht mehr enttäuscht oder verärgert über Julian. Der Ärmste, hat nur Ansätze von meinen Anwandlungen mitbekommen und ist mit gesträubten Nackenhaaren drei Schritte zurück gewichen. Also habe ich wieder mal alle Erwartungen ihn gegenüber versucht abzustellen und mich leicht emotional distanziert ohne es ihn wirklich spüren zu lassen oder irgendwas vorzuwerfen.

In den letzen Tagen ist er immer mehr auf mich zu gekommen. Wir haben uns gegenseitig größere Gefallen getan und Unterstützung gegeben. Auch körperliche Nähe hat er gesucht zu mir und den Kindern, hat sich sichtlich wohlgefühlt  und sich entspannt mit uns dreien. Kann mich gar nicht dran erinnern wirklich Zeit alleine mit ihm gehabt zu haben.. umso mehr ist mein Herz vor Freude gehüpft als er heute gesagt hat er wolle bald ein paar Tage bei uns übernachten wenn meine Freundin abgereist ist. Ich dachte ich höre nicht recht. Wir haben heute lange telefoniert. Tiefgehend wie schon ewig nicht.  Ich habe mich endlich getraut einzugestehen, dass ich mir mehr Zärtlichkeiten wünsche. Das war der Grund warum er den Vorschlag mit dem Übernachten gemacht hat. Im Chat eben hat er nochmal gefragt, ob ich mir wünsche dass er mehr Zeit bei uns verbringt. Jaaaaaaa ist meine klare Antwort. Bedürfnis erkannt und erfolgreich kommuniziert 😊 (empfehle gaaanz doll das Hörbuch von Marshall Rosenberg „Gewaltfreie Kommunikation“)

Vielleicht zum Schluss noch ein paar Worte zur Eingewöhnung hier: es läuft nach wie vor besser als erwartet. Beiden Kindern gefällt die Schule gut und sie machen mir viel Freude… wenn sie sich nicht gerade streiten 😆 Ihr Papa hat uns endlich für eine Woche besucht, zum Geburtstag der Ältesten. Das war sehr schön aber streckenweise sehr anstrengend, immer dann wenn der Name Julian fiel. Das habe ich natürlich versucht zu vermeiden, war aber leider nicht immer möglich. Meine Hoffnung auf Normalisierung ist noch weiter geschrumpft. Solange aber der Name nicht fällt verstehen wir und überraschend gut.

Eine schöne gute Nacht wünsche ich!

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